Attraktives Parken im Wiener Prater, 1020 Wien.

Architekt DI Martin Kohlbauer Die Fassade Parkdeck 4 Garage Prater Fassade bei Nacht

Von Architekt DI Martin Kohlbauer

Architekturfotos von Rupert Steiner

Die 200 Meter lange Schauseite Richtung Ausstellungsstraße vermittelt ein charakteristisches und prägnantes Erscheinungsbild. Sie soll als charmanter Abschluss und gleichzeitig Außenposition des Wurstelpraters ihre Wirkung entfalten und auch das Innere des Parkdecks attraktivieren.

Die reizvolle Vielschichtigkeit wird erzeugt durch eine Bekleidung mit gelochten Leichtmetallpaneelen. Diese besteht aus insgesamt ca. 600 identen Paneelen mit einer Tafelgröße von 1,15/3,0 m. Die elliptische Lochung, die rote Farbe, vor allem aber die im Hydroforming-Verfahren hergestellte Plastizität in Form von Wasserwellen prägen diese äußerste Schicht zum Straßenraum. Entsprechend den vier übereinanderliegenden Parkdecks werden diese perforierten Paneele schuppenförmig in einen Winkel von 20° nach außen geneigt vertikal geschichtet.

Im Bereich der zylinderförmigen Wendeln der Auf- und Abfahrtsrampen sowie des Bürozylinders tritt das Spiel dieser durch gabelförmige Konsolen gehaltene Bekleidungsstruktur besonders dynamisch und markant in Erscheinung. In diese feine Struktur verwoben ist die partiell vorgesehene Begrünung mittels Schling- und Rankpflanzen.

Die dahinterliegende zweite Schicht wird durch die Sichtbetonbrüstungen der Parkdecks erzeugt. In dieser Ebene befinden sich auch zueinander versetzte Felder aus vertikalen Schallschutzlamellen, die die Schallemissionen aus der Garage unterbinden. Durch große rechteckige Ausschnitte in der äußersten Bekleidungsschicht werden auch geschlossene Sichtbetonfelder, die zur Aussteifung der Tragwerksstruktur dienen, im Außenraum gezeigt und durch einen Pattern von kleinen kreisrunden Verglasungen verfeinert. Diese Bullaugen finden sich auch in den Brüstungsfeldern und den Flanken der Treppenhäuser und sind Mitspieler im Kanon der Gestaltungsmaßnahmen zur Erlangung der angestrebten Maßstäblichkeit des Baukörpers.

Wichtige Elemente sind auch die gebäudehohen pfeilerförmigen Betonfertigteile, die als Erzeugende des Bürozylinders und Fassaden der Treppentürme wirksam werden.

Die Ein- und Ausfahrten der Parkgarage entlang des Tiefweges werden durch spezifisch gestaltete portalartige schnabelförmige Überdachungen markiert. Diese sind auch Träger der hinterleuchteten Beschilderungen. Die beiden fußläufigen Zugänge zur Garage werden mittels leuchtender Hinweiswürfel im Bereich oberhalb der Eingänge gekennzeichnet. Für die Durchwegung im unmittelbaren Umfeld wird zwischen Tiefweg und Pratergelände eine Fußgängerpassage vorgesehen.

Signifikant sind die vordergründig zur Orientierung differenzierten Farben der Bodenbeschichtungen in den einzelnen Parkdecks. Die Reflexionen an die weißen Deckenuntersichten treten als reizvolle Effekte im Gesamtbild sowohl straßenseitig aber vor allem wurstelpraterseitig nach außen.

Ins Gestaltungskonzept sorgfältig integriert wurden sämtliche Maßnahmen zur Orientierung, Schutz und Sicherheit der Besucher.